Hier spielt die Musik

Tiefgaragensanierung Augsburg, Beethovenviertel

Bei diesem Sanierungsprojekt befinden wir uns im Beethovenviertel – mitten in der Augsburger Innenstadt. Die Maßnahme betrifft den Innenbereich einer dreistöckigen Tiefgarage, die mit einem aus Stahlbeton errichteten Bürogebäude einer Bank komplett überbaut ist. Das Gebäude ist 38 Jahre alt – die Tiefgarage wurde in dieser Zeit dauerhaft genutzt.

Fakten

Standort

Augsburg Innenstadt

Kapazität

Stockwerke: 3

Baujahr

1983

Besonderheiten

– Bauwerk: Stahlbeton
– Bauabschnitte: 1
– Nutzung der Tiefgarage durch Schwerlastverkehr

Bildergalerie


Projektbeschreibung

Zustand vor der Sanierung
Sanierungskonzept und Maßnahmen
Die Böden der Tiefgarage sind betoniert und mit einem Verbundestrich versehen. Die Entwässerung erfolgte im Urzustand hin zu offenen Rinnen ohne nennenswertes Längsgefälle. An den aufgehenden Bauteilen war kein wirkungsvoller Schutz gegen das Eindringen von Chloriden vorhanden – es bestand lediglich ein einfacher Farbanstrich. Starke Schäden in Form von Farb- und Betonabplatzungen und Rissbildungen zeigten sich in der Tiefgarage insbesondere an den Unterzügen und der Deckenuntersicht der Zwischendecke im 3. UG. Zum Teil lag auch die Bewehrung an den Unterzügen frei und wies bereits starke Korrosionsspuren auf.

Da hier deutliche Hinweise auf Chlorideinwirkung erkennbar waren, hatte der Auftraggeber bereits im Jahr 2019 in zwei Stufen die Durchführung von Bauwerksuntersuchungen veranlasst.

Die Untersuchungen ergaben, dass in Teilbereichen von Sockeln, Deckenoberseiten, Rissen und Unterzügen eine über die kritische Grenze von 0,5 M-Cem.% hinausgehende Chloridkonzentration vorhanden war.

Auch die Betonüberdeckung war unter Berücksichtigung des aktuell erforderlichen Oberflächenschutzes in Teilbereichen zu gering. Die Karbonatisierungsfront lag bereichsweise deutlich im Bereich der Bewehrung.
Saniert werden sollten Stützen- und Wandsockel, die Zwischendecken sowie die Unterzüge. Das Planungsbüro wählte hierfür das Instandsetzungsprinzip R1-CI nach der zur Zeit der Sanierung noch gültigen Instandsetzungsrichtlinie des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb).

Um nicht in das statische System einzugreifen und die Standsicherheit nicht zu gefährden, sollte die Maßnahme im Pilgerschrittverfahren – also abschnittsweise – durchgeführt werden.


Maßnahmen

Stützen und Wände UG 1—3

Zunächst waren die bearbeiteten Bauteile durch eine Notabstützung so zu entlasten, dass die beim Betonabtrag erfolgenden Querschnittsschwächungen nicht zu Schäden am Tragwerk führen.

Im Anschluss daran erfolgte der Abtrag des über den korrosionsauslösenden Grenzwerten liegenden chloridbelasteten Betons mittels Höchstdruckwasserstrahltechnik (HDW). Danach wurden die abgetragenen Bereiche mit Ortbeton reprofiliert.

Die Sockelbereiche wurden zur Verbesserung der Bewehrungsüberdeckung teilweise nach Angabe der örtlichen Bauleitung auf eine einheitliche Höhe von 50 cm allseitig um ca. 20 mm verstärkt. Korrodierte Bereiche und fehlende Bügel wurden ergänzt. Alle aufgehenden Bauteile wurden mit einer Hohlkehle versehen und somit vor anstehendem Wasser geschützt.

Zum Schutz vor neuerlichem Chlorideintrag wurde auf die bearbeiteten Stützenfüße und Wandsockel eine tausalzresistente OS 5a- bzw. b-Beschichtung aufgebracht. Die restlichen Flächen der aufgehenden Bauteile und auch die Decke erhielten eine OS 2/4-Beschichtung, die die Kohlendioxiddiffusion reduziert.

Partielle Fehl- und Schadstellen wurden im Zuge der Maßnahme ebenfalls instandgesetzt.

Zwischendecken UG 1 und UG 2

Hier erfolgte zunächst der Abtrag des Estrichs. Nach einer vollflächigen Potentialfeldmessung mit einhergehenden Bauwerksprüfungen hinsichtlich Betonüberdeckung, Bestimmung des Chloridgehaltes und dem Anlegen von Sondierungsöffnungen erfolgte ein den Ergebnissen der Prüfung entsprechender Abtrag des Betons mittels HDW-Technik.

Beim von Hydro-Tech GmbH verwendeten erschütterungsfreien Abtragsverfahren mittels HDW-Technik wird die eingelegte Bewehrung gut erhalten. Die vorhandene geschädigte Bewehrung musste daher lediglich teilweise ergänzt, bzw. mit einer Zusatzbewehrung versehen werden. Dies erfolgte nach Angabe des Statikers vor Ort.

Rissbereiche der Zwischendecke, die beim Abtrag komplett „durchschossen“ worden sind, wurden geschalt und neu betoniert.

Im Anschluss daran wurde der neue Estrich aufgebracht. Hierbei wurde das vorhandene Gefälle nach den vor Ort gegebenen statischen Möglichkeiten verbessert.

Da in der Tiefgarage in UG 1 ein hoher Anteil an Schwerlastverkehr herrscht, musste im Rahmen einer Sonderlösung ein besonders haltbares Oberflächenschutzsystem – eine OS 8.15-Beschichtung – auf dem Boden appliziert werden.

Die Zwischendecke in UG 2 wurde mit einem OS 11a-System beschichtet. Die sehr stark beanspruchten Radienbereiche des Bodens erhielten ebenfalls eine Beschichtung mit einer OS 8.15-Beschichtung. Hier wurden gleichzeitig auch die vorhandenen Risse behandelt.

In die neu ausgebildeten Dehnfugenbereiche der Zwischendecke wurden befahrbare und tausalzresistente Fugenprofile einschließlich entsprechender Formteile und Wandanschlüsse eingebaut.

Rampen

Auf den Rampen waren die Risse zu bearbeiten. Auch dies erfolgte im HDW-Verfahren für den Abtrag und der anschließenden Reprofilierung der Flächen. Als Beschichtung wurde auch hier die sehr widerstandsfähige OS 8.15 gewählt. Diese wurde grob abgestreut, um eine Rutschfestigkeit der Klasse R11 V06 zu erreichen.

Die Gehwege und Schrammborde wurden ebenso rutschhemmend beschichtet und wurden nach einem vom AG festgelegten Konzept farblich abgesetzt.

Boden UG 3

Im UG 3 waren die Schädigungen relativ gering, so dass keine größeren Maßnahmen durchgeführt werden mussten. Hier war lediglich die Entwässerungsrinne auszutauschen.

Zusätzlich wurde im Randbereich aufgehender Bauteile der Estrich bei Stützen- und Wandsockeln entfernt und durch einen Gefällekeil ersetzt. Diese Randbereiche erhielten eine Beschichtung OS 8.15.

Chloridgeschädigte Unterzüge UG 2 und UG 3 Auch hier wurde der chloridbelastete Beton abgetragen und reprofiliert. Der Oberflächenschutz erfolgte hier mittels eines OS 4-Systems.

Zufahrt Tresorraum

Auf der Zufahrt zum Tresorraum wurde Gussasphalt eingebaut und die Abdichtung erneuert.

Fertigstellung

Die Maßnahme wurde rechtzeitig und zur Zufriedenheit des Kunden fertiggestellt. Mitarbeiter und Kunden der Bank können jetzt wieder „schöner Parken“.

Kontakt

Albert-Einstein-Straße 13
86399 Bobingen

Newsletter-Anmeldung

Mit unserem Newsletter bekommen Sie regelmäßig Infos zu aktuellen Projekten, Wissenswertes zur Beton- und Bausanierung und interessante Fakten zu unserem Unternehmen.

Anmeldung