Ein Hochhaus mit Geschichte – errichtet im Jahr 1972, in klassischer Bauweise, eingebettet in die Hanglage Kemptens. Zwei nahezu identische Gebäude, Haus Nr. 1 und Nr. 3, ragen mit stolzen 28 Metern Höhe über das Gelände empor. Acht Etagen, darunter Kellergeschoss, Tiefgarage und Erdgeschoss – 45 Wohnungen pro Haus, die über Jahrzehnte durch unzählige Geschichten gezeichnet wurden.
Doch die Zeit, das Klima und die Nutzung hinterlassen Spuren. Vor allem die Balkone, auskragende Stahlbetonplatten mit Brüstungen aus Fertigteilen und filigranen Vierkantrohrgeländern, haben über die Jahre gelitten. Sonne, Regen und Frost haben die Oberflächen angegriffen, Risse gezeichnet und Beschichtungen altern lassen.
Notwendigkeit verschiedener Hilfsfundamente und Sonderkonstruktionen zur Überbrückung von Hanglage sowie angrenzender Bauwerke (Schwimmbad, Tiefgarage, Fertiggaragen)
Bei der Bestandsaufnahme wurde deutlich, dass die Balkone über die Jahrzehnte hinweg stark beansprucht wurden. Karbonatisierungsschäden und Abplatzungen an den Stahlbetonbauteilen sind an vielen Stellen sichtbar, der Beton zeigt Risse und Materialverlust.
Die Haftung des vorhandenen Altanstrichs an den Brüstungen ist unzureichend. Teilweise löst sich die Beschichtung großflächig ab, was nicht nur optische, sondern auch schützende Funktionen reduziert. Hinzu kommen Undichtigkeiten in der Entwässerung und den Bodenabläufen, die zu Feuchtigkeitsbelastungen an den Platten und Brüstungen führen.
Auch die Fugen zwischen den Bauteilen sind undicht oder bereits geschädigt, sodass Wasser eindringen und die darunterliegenden Schichten angreifen kann.
Die Bodenbeläge erzählen eine eigene Geschichte: teils Estrich mit oder ohne Beschichtung, teils Fliesen. Bei den gefliesten Balkonen ohne Estrich wurden zudem Hohllagen am Bodenbelag festgestellt, die das Risiko weiterer Schäden erhöhen. Gleichzeitig ist das Gefälle vieler Balkone nicht ausreichend, sodass Wasser nicht optimal abfließt und sich auf den Platten stauen kann.
Insgesamt zeigt sich ein Sanierungsbedarf, der sowohl die Oberflächen als auch die konstruktiven Schichten betrifft.
Ein neues Kapitel beginnt: Die Balkone von Haus Nr. 3 – an der Ost-, West- und Südseite – werden umfassend erneuert. Deckenuntersichten, Böden, Wände und Brüstungen werden systematisch instandgesetzt und malertechnisch überarbeitet, um die ursprüngliche Struktur zu bewahren und gleichzeitig den heutigen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden.
Eine besondere Herausforderung ergibt sich aus der unmittelbaren Nähe zu Schwimmbad, Tiefgarage und Fertiggaragen. Um hier sicher arbeiten zu können, ist eine aufwendige Gerüstkonstruktion erforderlich. Hilfsfundamente und Sonderkonstruktionen wurden eigens entwickelt, um das Bauwerk vollständig einzuhüllen.
Die Sanierung beginnt mit einem hochpräzisen HDW-Verfahren (mindestens 1.200 bar) an allen Außenseiten der Brüstungen. Lose und beschädigte Betonteile werden entfernt, sodass die darunterliegenden Strukturen freigelegt und somit für weitere Maßnahmen zugänglich werden.
Anschließend werden sämtliche Schadstellen bearbeitet: Bewehrungsstahl, der in Mitleidenschaft gezogen wurde, wird bei Bedarf ertüchtigt und mit einem Korrosionsschutz versehen. Die freigelegten Stellen werden anschließend fachgerecht geschlossen und reprofiliert, sodass Tragfähigkeit und Form optimal wiederhergestellt werden. Die Außenseiten der Brüstungen erhalten eine vollständig neue Spachtelung, die glatte, stabile Oberflächen gewährleistet.
Nahezu alle vorhandenen Estrichböden weisen Mängel auf – von Rissen über Hohllagen bis zu unzureichendem Gefälle. Die Estriche werden daher vollständig ausgebrochen und durch neue, gleichmäßig verlegte Estriche ersetzt. Diese erhalten eine zwei-komponentige Epoxidharzbeschichtung, die langfristig vor Feuchtigkeit, chemischen Einflüssen und mechanischer Beanspruchung schützt.
Abgerundet wird die Sanierung durch die malerische Überarbeitung der Flagg- und Rückwände, sodass die Balkone nicht nur funktional, sondern auch optisch vollständig erneuert werden.
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