Wenn Wasser und Beton kollidieren

Tiefgarage in Ismaning steht im Grundwasser

Das Wasser kommt lautlos, unaufhaltsam, wie eine unsichtbare Macht aus der Tiefe. Es drückt mit unbändiger Kraft gegen die Betonwände, gegen den Boden, gegen alles, was sich ihm in den Weg stellt.

Der Grundwasserspiegel steht bei 1,8 Metern – eine unsichtbare Bedrohung direkt unter der Oberfläche. Zentimeter um Zentimeter steigt der Druck. Risse beginnen sich zu weiten, feine Linien durchziehen die Bodenplatte wie Adern in einem gespannten Körper. Das Wasser sucht sich seinen Weg – erbarmungslos, geduldig, zielstrebig.

Die teilweise überbaute Tiefgarage aus dem Jahr 1997 ächzt und die Natur kennt keine Gnade.

Fakten

Standort

Wendelsteinring, Ismaning

Kapazität

  • 52 Stellplätze
  • 3.600 m² Fläche

Baujahr

1997

Besonderheiten

  • Tiefgarage liegt bis zu 1,8 m unterhalb des Grundwasserspiegels
  • Sanierung im Pilgerschrittverfahren

Bildergalerie


Projektbeschreibung

IST-Zustand, Instandsetzungsziel und Herausforderungen

Instandsetzung im Pilgerschrittverfahren

IST-ZUSTAND
Im Jahr 2023 wurde das Bauwerk gründlich untersucht – und die Ergebnisse offenbarten, was bisher im Verborgenen lag: Die Tiefgarage steht seit Jahren unter enormem Druck. Chloridinduzierte Korrosion greift die Bewehrung an: Das Salz dringt tief in den Beton ein und schwächt das Gefüge von innen heraus.

Risse durchziehen die Bodenplatte – teilweise kaum sichtbar, doch folgenschwer. Durch sie drückt das Grundwasser in die Garage.
Auch die Betonüberdeckung, einst zuverlässiges Schutzschild, genügt nach heutigem Stand der Technik nicht mehr. Sie ist zu gering, um den stetigen Angriffen von Feuchtigkeit und chemischer Belastung standzuhalten.

INSTANDSETZUNGSZIEL UND HERAUSFORDERUNGEN
Ziel der Maßnahme ist die zukunftsorientierte Werterhaltung der Tiefgarage – durch eine Sanierung, die höchsten Qualitäts- und Sicherheitsansprüchen gerecht wird. Dabei geht es nicht nur um die Instandsetzung von Beton und Bewehrung, sondern um den langfristigen Schutz des gesamten Bauwerks vor den stetigen Kräften des Grundwassers.
Denn die größte Herausforderung liegt unsichtbar unter der Erde: Der Grundwasserspiegel steht hoch und umschließt die Tiefgarage nahezu vollständig. Jede Sanierungsmaßnahme muss daher mit äußerster Präzision und technischer Raffinesse geplant und umgesetzt werden.

Die Lösung ist ebenso anspruchsvoll wie wirksam: das sogenannte Pilgerschrittverfahren. In einem kontrollierten Prozess wird der beschädigte Beton abschnittsweise und versetzt – in einem Schachbrettmuster – abgetragen und anschließend wieder instandgesetzt. So bleibt die Stabilität des Bauwerks jederzeit gewährleistet, während Schritt für Schritt eine neue, widerstandsfähige Struktur entsteht.

INSTANDSETZUNG IM PILGERSCHRITTVERFAHREN
Der erste Schritt der Sanierung beginnt mit einem radikalen, aber kontrollierten Eingriff: der Entfernung der bestehenden Bodenplatte. Dabei kommt modernste HDW-Roboter-Technologie zum Einsatz – ein präzises Verfahren, das in diesem Fall im sogenannten Pilgerschritt ausgeführt wird. Abschnitt für Abschnitt, im rhythmischen Wechsel eines Schachbrettmusters, wird der beschädigte Beton abgetragen, ohne die Stabilität des Bauwerks zu gefährden.

Im nächsten Schritt erfolgt der Einbau einer neuen Betonstahlmattenbewehrung, ebenfalls im Pilgerschrittverfahren. Die einzelnen Matten, mit einer Größe von bis zu 25 m², werden an den Stößen sorgfältig mit Spezial-Bewehrungsverbindern aneinander gekoppelt.

Anschließend wird die neue Bodenplatte gegossen – wieder schrittweise, im präzisen Takt des Pilgerschritts. Jeder Abschnitt wird vorbereitet, betoniert und nach modernsten technischen Standards verdichtet. Nach der Betonage folgt die Untergrundvorbereitung für die finale Schutzschicht. Aufgebracht wird das OS 8-Beschichtungssystem, das die Oberfläche dauerhaft gegen Feuchtigkeit, chemische Belastungen und mechanischen Abrieb schützt.
Zum Abschluss erhält die Tiefgarage auch optisch ein neues Erscheinungsbild: Malerarbeiten an Wänden und Decke sorgen für ein helles, sauberes Gesamtbild. Stellplatzbeschriftungen und Markierungen strukturieren die Flächen neu und schaffen Orientierung und Sicherheit für die Nutzer.

FAZIT
Die erfolgreiche Umsetzung des ersten Bauabschnitts spricht für sich: Auf einer Fläche von rund 1.400 m² wurde die Tiefgarage technisch auf den neuesten Stand gebracht – hochwertig und zur vollsten Zufriedenheit des Auftraggebers.
Die positive Resonanz und das Vertrauen in unsere Arbeit – verbunden mit der terminsicheren Fertigstellung des ersten Bauabschnitts in nur 27 statt der geplanten 30 Wochen – führten unmittelbar zur Beauftragung des zweiten Bauabschnitts. Dieser umfasst rund 2.200 m² und wird im Frühjahr 2026 fertiggestellt.

Ein Ergebnis, das zeigt: Mit präziser Planung, innovativer Technik und einem hohen Qualitätsanspruch lassen sich selbst komplexe Herausforderungen wie die Sanierung einer im Grundwasser stehenden Tiefgarage erfolgreich meistern.

Kontakt
Albert-Einstein-Straße 13
86399 Bobingen
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