Ein Gigant wird
feingemacht

FAKTEN

  • Standort:
    Neu-Ulm Zentrum, an der kleinen Donau
  • Kapazität:
    18 Stockwerke
    22 Balkone
    2 Balkone
    67 Loggien
    8 großflächige Dachterrassen
  • Baujahr:
    1971–1974
  • Besonderheiten:
    Strenge behördliche Auflagen für die Baustelleneinrichtung

Ein Gigant wird feingemacht​

Fassadensanierung Donaucenter, Neu-Ulm

Wer in Ulm oder Neu-Ulm am Ufer der Donau entlangspaziert oder radelt, kommt nicht an ihm vorbei. Das Gebäude des Donaucenters am Eingang zur Neu-Ulmer Innenstadt ist mit 54,32 m Höhe ein Gigant und beeindruckt nicht nur durch seine schiere Größe, sondern auch durch seine Architektur, die es mit seinen Terrassen aus der Ferne wie ein riesiges Schiff anmuten lässt.

Das 18 Stockwerke zählende Wohn- und Geschäfts­gebäude an exponierter Stelle wurde zwischen 1971 und 1974 nach den Plänen des Stuttgarter Architekten H. M. Wein erbaut und sollte einen Gegenpol zur historischen Ulmer Stadtkulisse darstellen.

Es setzt sich zusammen aus Ladeneinheiten im Erdgeschoss, Büro- und Praxisräumen im 1. und 2. Obergeschoss sowie Wohneinheiten im 3.–18. Obergeschoss, in denen ca. 500 Menschen leben. Die Wohneinheiten verfügen an den Nord- und Südfassaden über Loggien
und im 3.–13. Obergeschoss an der Ostseite über Bal­kone. Ab dem 14. Obergeschoss befinden sich an der Ostseite des Gebäudes Dachterrassen, die sich geschossweise treppenförmig nach oben fortsetzen. Im 18. und damit obersten Geschoss sind unterhalb des Flachdachs an der Ostseite nochmals Balkone angeordnet.

Nach gut 45 Jahren Lebensdauer ist die Fassade des Gebäudes sanierungsbedürftig. Und hier kommen wir ins Spiel. Gegenstand der im März 2020 angelaufenen Instandsetzungsmaßnahme sind in einem ersten Schritt besonders definierte Bereiche der Fassade im sog. Abschnitt SAN 1 im 1.–18. Obergeschoß des Gebäudes auf Nord-, Ost- und Südseite.

BILDERGALERIE

PROJEKTBESCHREIBUNG

Die Fassade im zu sanierenden Bereich besteht aus Stahlbeton-Fertigteilen bei Fenster-, Loggien- Balkon- und Dachterrassenbrüstungen sowie aus Fenster- und Paneelelementen. Die aus Stahlbeton gefertigten Geschossdecken haben eine Stärke von 18 cm und bil­den gleichzeitig die Decken der Loggien, Balkone und Dachterrassen. In den zu sanierenden Achsen befinden sich Stahlbetonwandscheiben, die gleichzeitig die Trennwände zwischen den Loggien darstellen.

Von der Sanierung umfasst sind

  • 22 Balkone im 3.–13. OG
  • 2 Balkone im 18. OG
  • 67 Loggien im 3.–15. OG
  • 8 großflächige Dachterrassen

Die Arbeiten
Im Wesentlichen sind dabei folgende Arbeiten vorgesehen:

  • Gerüstarbeiten
  • Schutzmaßnahmen
  • Demontage- und Montagearbeiten
  • Bauwerksprüfungen

An den Stahlbeton-Fertigteilen:

  • Abtrag der Beschichtungen
  • Schadstellenbearbeitung (Betonsanierung)
  • Aufbringen neuer Beschichtung

An den Loggien und Balkonen:

  • Abtrag der Beläge inklusive der Estriche
  • Aufbringen neuer Estriche mit oberseitigem Gefälle
  • Beschichtung, bzw. Abdichtung
  • Überarbeitung bzw. Erneuerung der Balkongeländer
  • Erneuerung der Wasserspeier

Weitere Arbeiten:

  • Überarbeitung von Wand- Decken- und Unterzugsflächen (Stahlbetonbauteile) im Fassadenbereich
  • Montage von Blechabdeckungen auf den außen­seitigen Fensterbänken
  • Erneuerung der Balkonschränke
  • Schlosserarbeiten an Geländern der Loggien, Balkone und Dachterrassen
  • Verfugungsarbeiten
  • Erneuerung der Vertikalmarkisen an Fenstern, Balkonfenstern und Loggien

Da die Flächen für die Baustelleneinrichtung nicht vollständig bauseits zur Verfügung gestellt werden können, müssen zusätzlich Flächen auf städtischem Gelände in der Umgebung des Donaucenters angemietet werden. Aufgrund der besonderen Lage direkt am Donauufer und des dort vorliegenden weichen Untergrundes bestehen hier besondere Auflagen für Transport und Absicherung.

Die geplante Bauzeit beträgt voraussichtlich 10 Monate. Für die Gewerbeeinheiten, Praxisräume und Gaststätten wird auch während der Bauzeit die ständige, uneingeschränkte und gefahrlose Nutzung gewährleistet.

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